Blog 3 – Finca Liza

In den 70er Jahren machte es sich die damalige ecuadorianische Regierung zur Aufgabe das bis dahin nur sehr dünn besiedelte Gebiet der östlichen Amazonas-Provinzen zu erschließen. Um Siedler anzulocken wurden sehr großzügige Gesetze erlassen welche besagten, dass jegliche genutztes Land in Privatbesitz übergehen kann. Dies löste eine erste starke Rodungswelle der bis dahin weitgehend unberührten Ländereien um den Rio Napo aus.

In den 80er Jahren wurde mehr Struktur in diese quasi willkürliche Landvergabe gebracht und von nun an das Land entlang von Fluss- und Straßenverläufen in jeweils 25-60 Hektar große Parzellen unterteilt. Auf die Nutzungsrechte von indigenen Gemeinden wurde dabei keine Rücksicht genommen, sprich nur das Land wo Indios direkt sesshaft waren wurde respektiert. Genutzte Jagd- Fisch- und Sammelgründe fanden keinerlei Berücksichtigung.

So kam es, dass auch das Gebiet südlich der Isla Anaconda welches von den dort lebenden Kichwa-Indianern genutzt wurde, in Parzellen an Siedler aufgeteilt wurde was einer faktischen Enteignung der Indios entsprach. Eine Entschädigung hat es bis heute nicht gegeben.

Die Finca Liza ist eine dieser Parzellen am nordöstlichen Ende von Selva Viva. Nach einem gemeinsamen Treffen mit Remigio und den Waldhütern Ruben und Jaime in der Liana Lodge machen wir uns zuerst mit dem Kanu und später mit einem Pickup-Truck auf den Weg.

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Wie viele andere Fincas wurden in Nähe der Straße der Wald gerodet und wertvolle Bäume auch weiter im Landesinneren gefällt. Die schlanke Beschaffenheit der Parzellen (in der Regel 200-300 Meter breit und bis zu 2 km lang) sowie das teils sehr hügelige Terrain haben aber eine totale Ausbeutung in den meisten Fällen verhindert und so befindet sich auch auf der Finca Liza landeinwärts noch viel Primärwald.

Auf dem ehemals bewirtschafteten Gelände steht ein älteres Gebäude im klassischen Pfahlbau-Stil, sowie zwei solide Gebäude jüngeren Datums, welche der amerikanische Vorbesitzer errichten ließ. Alle Gebäude stehen nun schon ein paar Jahre leer was nicht gut ist. Dies erhöht die Gefahr, dass Baumaterialien entweder durch Termiten oder umliegende Anrainer abgetragen werden.

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Die nordwestliche Grenze von Finca Liza bildet der Rio Rodriguez, ein heute kristallklarer Bach im Urwald der immer angenehm frisch ist und an manchen Stellen durchaus 2-3 Meter Tiefe erreichen kann. Solch eine Stelle liegt auch direkt an der Finca Liza. Hier kann man herrlich baden und es gibt sogar einen kleinen Sandstrand. In einem solchen entdecken wir Spuren eines Meerschweinchen-ähnlichen Säugers sowie ein Stück versteinertes Holz.

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