Blog 23 – Sumaco III

Selten hab ich so fest geschlafen wie heute nacht. Aber auch selten war ich so k.o.! Um kurz nach sechs stehe ich endgültig auf, nachdem mein Guide Hector schon seit vier Uhr morgens umtriebig ist. Er hat bereits Wasser abgekocht und Frühstück vorbereitet: Gemahlene Kochbananen mit Thunfisch in Rührei, verfeinert mit Waldpilzen. Hört sich gewöhnungsbedürftig an für eine Mahlzeit morgens um sechs, aber hat gut geschmeckt und die notwendige Energie für den Tag gebracht. Der Morgen ist auch heiter und Hector verspricht einen sonnigen Tag. Die Aussicht vom Refugio ist fantastisch: im Westen leuchtet der Sumaco in der Morgensonne und im Osten liegt der Tiefland-Regenwald. Als alle sieben Sachen gepackt sind schickt mich Hector schon mal auf den Weg: er ist sowieso schneller als ich und möchte die Hütte noch etwas auf Vordermann bringen.

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Ich mache mich also auf dem Weg und fühle mich auch um Welten besser als am gestrigen Tag. Zwar habe ich gefühlt am ganzen Körper Muskelkater, aber der ist schnell vergessen beim Anblick der vielen schönen kleinen und großen Dinge in diesem Urwald. Mit jedem Höhenmeter den ich absteige verändert sich die Vegetation ein bisschen. Zwischendrin durchquere ich einen dichten Bambuswald.

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Nach nur anderthalb Stunden Abstieg erreichen wir bereits die Grenze des Nationalparks Hector hat mich inzwischen eingeholt und klärt mich darüber auf, dass der gesamte Park – wie die Parzellen von Selva Viva – von einem „lindero“ umgeben ist. Das ist eine vegetatationsfreie Schneiße die in den Wald geschlagen wurde; eine Art natürlicher Zaun. Ob dieser „Zaun“ Wilderer oder illegale Holzfäller aufhalten mag, kann bezweifelt werden.

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Nach weiteren anderthalb Stunden haben wir schließlich wieder das Siedlungegebiet von Pacto Sumaco erreicht. Hier werden vor allem „Naranjillas“ angebaut, eine Art Orange die sehr lecker ist und sich hervorragend zum Saftpressen eignet. An Hectors Haus schließlich wartet schon das Motorrad mit dem ich kurze Zeit später über einen kleinen Zwischenstop bei der Comunidad an die Fernverkehrsstrasse gebracht werde. So komme ich noch rechtzeitig nach Tena um den 18 Uhr Bus nach Puerto Barantilla zu erwischen. Vorher kaufe ich noch ein paar Leckereien im Supermarkt ein – heute ist der letzte gemeinsame Abend mit unserem Schweizer Lehrerpaar Isabel und Lionel. Hinter mir liegen drei anstrengende, aber sehr beeindruckende Tage. Vor uns liegen leider nur noch vier Tage in Selva Viva. Zeit zum Verschnaufen bleibt also nicht: die Kartierungen wollen abgeschlossen werden und der Wissenstransfer steht ganz oben auf unserer Liste.

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